Meine Themen für Neu-Ulm Teil 1: Donauklinik

Die Donauklinik muss ein zentraler Bestandteil der Neu-Ulmer Gesundheitsversorgung bleiben

Schnell und auf den Punkt:

  • Die Donauklinik ist ein Grund‑ und Regelversorger mit rund 170 Betten und wichtigen Leistungen für die Bevölkerung des Landkreises.
  • Finanzielle Herausforderungen bestehen weiterhin, trotz Reformen auf Bundesebene und organisatorischen Anpassungen im Landkreis.
  • Die organisatorische Umstrukturierung zur gGmbH wird zum 1. Januar 2026 vollzogen, um Stabilität und Flexibilität zu erhöhen.
  • Personalgewinnung, Infrastruktur und Kooperationen bleiben Schlüsselfragen neben der reinen Finanzierung.
  • Politische Gestaltung entscheidet über Versorgungsperspektive, insbesondere in Fragen von Finanzierung, Personal und regionaler Vernetzung.
Luftbild der Donauklinik

Verantwortung übernehmen, Versorgung sichern

Die Donauklinik Neu‑Ulm ist eine der wichtigsten Einrichtungen für die medizinische Versorgung der Menschen im Landkreis. Als Krankenhaus der Grund‑ und Regelversorgung bietet sie mit etwa 170 Betten ein breites Spektrum an Leistungen – von Notfallversorgung über Innere Medizin bis zu Chirurgie und Geburtshilfe. Gemeinsam mit der Stiftungsklinik Weißenhorn und dem Gesundheitszentrum Illertissen bildet sie den Kern der Kreisspitalstiftung Weißenhorn, die im Kreisgebiet die Gesundheitsversorgung sicherstellen soll.

Aktuelle Lage Ende 2025

Finanzielle Situation

Auch Ende 2025 steht die Kreisspitalstiftung weiterhin vor herausfordernden finanziellen Rahmenbedingungen. In den vergangenen Jahren waren Verluste in zweistelliger Millionenhöhe zu verzeichnen, und dies hat zu strukturellen Anpassungen geführt.

Parallel zu dieser regionalen Entwicklung hat die Bundesregierung ab 2024/2025 die Krankenhausfinanzierung reformiert, um die stationäre Versorgung flächendeckend und qualitativ hochwertig zu sichern – unter anderem durch neue Vorhaltefinanzierungen, die Krankenhäuser weniger von Fallzahlen abhängig machen sollen (allerdings mit noch unklarer Wirkung auf einzelne Standorte). Das bedeutet: Die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern sich gerade – und die konkreten Auswirkungen vor Ort sind noch nicht abschließend absehbar.

Organisation und Struktur

Ein wichtiger Schritt wurde im Landkreis gesetzt: Die Kreisspitalstiftung wird organisatorisch zum 1. Januar 2026 in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) überführt, um den Anforderungen des Gesundheitswesens besser gerecht zu werden und die Stabilität der Kliniken zu erhöhen. Dieser Beschluss wurde im Kreistag mit großer Mehrheit getragen und gilt als zukunftsweisend für die nachhaltige Ausrichtung der Krankenhausversorgung.

Versorgung vor Ort

Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Donauklinik ein zentraler Baustein der Gesundheitsversorgung im Landkreis. Sie bietet:

  • Notfallversorgung rund um die Uhr,
  • umfassende medizinische Fachbereiche inklusive Chirurgie, Innere Medizin und Geburtshilfe,
  • und unmittelbare wohnortnahe Versorgung für die Bevölkerung.

Beispielsweise zeigt die Donauklinik 2025 ihre Bedeutung für Familien: Schon über 1.000 Geburten wurden dort im Jahr registriert – ein Zeichen dafür, wie stark die Klinik im Alltag der Menschen verwurzelt ist.

Wo es klemmt: Personal, Parkraum, Kooperationen

Die Finanzierung allein ist nur ein Teil des Problems. Andere strukturelle Fragen wirken sich ebenfalls auf die Leistungsfähigkeit der Donauklinik aus:

Fachkräftesicherung

Die Suche nach Pflegepersonal und qualifizierten Mitarbeitenden bleibt eine der größten Herausforderungen, die nicht nur lokal, sondern bundesweit viele Kliniken betrifft. Ohne ausreichendes Personal können Betten nicht belegt, Leistungen nicht angeboten und Notfallkapazitäten nicht gehalten werden.

Infrastruktur

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Der geplante Bau eines Parkhauses speziell für das Klinikpersonal wurde im Herbst 2025 zugunsten anderer Nutzungen (z. B. für Kita‑Plätze) aufgegeben. Dies zeigt, wie eng Nutzungskonflikte im Stadtgebiet und infrastrukturelle Bedürfnisse verzahnt sind und politisch ausbalanciert werden müssen.

Kooperationen

Die thematisierte Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Ulm hat in der Vergangenheit Aufmerksamkeit gewonnen. Solche Kooperationen können helfen, Leistungsspektren zu bündeln, Spezialisierungen auszubauen und Abläufe zu optimieren. Die Details und Wirkungen solcher Kooperationen sind jedoch noch im Fluss und müssen politisch begleitet werden.

Warum es weiterhin politische Gestaltung braucht

1. Medizinische Versorgung sichern

Die Donauklinik stellt für viele Menschen im Landkreis eine erste Anlaufstelle bei akuten medizinischen Problemen dar. Trotz Hochschulen, Universitätskliniken und anderen Maximalversorgern in der Region bleibt die wohnortnahe Versorgung wichtig – insbesondere für Notfälle, Geburtshilfe und Basisleistungen.

2. Finanzierung weiter begleiten

Auch wenn die Krankenhausreform Ansätze zur Stabilisierung der Finanzen bietet, ist ihre konkrete Auswirkung auf die Donauklinik und andere Häuser im Kreis noch nicht vollständig ersichtlich. Kommunalpolitisch gilt es deshalb, die Entwicklung aktiv zu begleiten und Forderungen bewusst einzubringen (z. B. zur Vorhaltefinanzierung, zur Personalförderung und zur Infrastrukturfinanzierung).

3. Zusammenarbeit verstärken

Kooperationen, Vernetzungen zwischen Kliniken, ambulanten Versorgungsangeboten und spezialisierten Zentren können helfen, Qualitätsstandards zu sichern und Ressourcen effizienter zu nutzen. Das muss lokal mitgetragen und gestaltet werden.

Ausblick 2026: Chancen und Risiken

2026 wird ein entscheidendes Jahr:

  • Die gGmbH‑Struktur wird greifen und sollte mehr Flexibilität und Stabilität in der Klinikorganisation bringen.
  • Die konkrete Wirkung der Bundes‑Krankenhausreform wird für viele Kliniken dann messbar sein – auch für die Donauklinik.
  • Politische Akteure werden Entscheidungen über Personalförderung, Kooperationen und regionale Versorgungsplanung treffen müssen.

Das bedeutet: Die Krankenhausfinanzierung im Landkreis ist nicht abgeschlossen, sondern befindet sich in einer Phase, in der politische Gestaltung zählt – sowohl für die Sicherung der Basisversorgung als auch für die Perspektiven der Donauklinik als leistungsfähige, bürgernahe Einrichtung.

Bildquellen:
Donauklinik – Donauklinik Neu-Ulm
File:Donauklinik Neu-Ulm.jpg – Wikimedia Commons

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert